bild Zahnarztpraxis szalski

Die Endodontie befasst sich mit der Anatomie, Pathologie und Therapie von Zahnpulpa und Dentin (ggfs. Parodont). Der Zahn wird geschützt durch Zahnschmelz und Dentin. In seinem Inneren befindet sich in einem kleinen Hohlraum die Zahnpulpa, ein Mischgewebe aus Blutgefäßen, Nervenfasern und Bindegewebszellen. Durch Eindringen von Bakterien kann sich die Zahnpulpa entzünden. Die Folgen sind heftige Schmerzen, eitrige Abszesse (dicke Backe!) und Verteilung der Bakterien über den ganzen Körper.

Nach Auffinden der Wurzelkanäle (Anzahl nach Zahngruppe und Individuum unterschiedlich), Entfernung des Pulpagewebes, Aufbereitung und Desinfektion werden die Wurzelkanäle (entstandener Hohlraum) mit einem Wurzelfüllmaterial verschlossen. Danach erfolgt die abschließende Versorgung. Die Wurzelkanalbehandlung ist eine gute Möglichkeit, einen durch Bakterien geschädigten Zahn dauerhaft zu erhalten.

Moderne Techniken ermöglichen die erfolgreiche Behandlung von schwierigen Wurzelkanälen und Zähnen, die außerhalb der Kassenrichtlinien liegen. Sie tragen zum Langzeiterfolg der Wurzelkanalbehandlung bei. Das Anlegen von Kofferdam (einem hochelastischen Gummituch) verhindert, dass Keime von der Mundhöhle noch zusätzlich in den Wurzelkanal eindringen können, und dient dem Schutz des Patienten vor dem Verschlucken feiner Wurzelkanalinstrumente und desinfizierender Spüllösungen. Unter Endometrie versteht man die elektronische Längenbestimmung des Wurzelkanals. Sie gibt Auskunft, über welche Kanallänge die Wurzel gereinigt werden muss, und verhindert eine Bakterienverschleppung in das umliegende Gewebe. Dank der Anwendung dieses Messverfahrens erübrigt sich das Erstellen von Röntgenbildern, um die exakte Postion der Wurzelspitze und Wurzellänge zu bestimmen. Das Endox-Endodontiesystem arbeitet mit hochfrequentem Wechselstrom und führt im Wurzelkanal zu einer Temperaturerhöhung. Auf diese Weise wird noch zusätzlich eine glatte und saubere Oberfläche erreicht und die Bakterien werden durch die Hitze abgetötet. Der Einsatz einer Lupenbrille ist eine unverzichtbare Hilfe bei der Präparation der Zugangsöffnung und der Darstellung der einzelnen Kanäle.

Die Anwendung dieser modernen Hilfsmittel liegt leider außerhalb des Rahmens der Kostenerstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen. Seit 2004 gibt es noch weitere Einschränkungen des Leistungsumfangs der gesetzlichen Krankenkassen. Nicht jeder Zahn, der durch eine Wurzelbehandlung erhalten werden kann, darf auf Kosten der Krankenkasse behandelt werden. Es kann also vorkommen, dass Sie vor der Wahl stehen, den Zahn zu verlieren oder die Kosten für eine medizinisch sinnvolle Wurzelkanalbehandlung selbst tragen zu müssen. Dieser Umstand betrifft auch die möglicherweise notwendige Revision der alten, insuffizienten Wurzelkanalfüllungen.